Aktion Sondergenehmigung

im Rahmen der Verordnung zur Aufstallung

 

Immer mehr zeigt sich, dass gerade Wassergeflügel durch die „Verordnung zur Aufstallung des Geflügels zum Schutz vor der Klassischen Geflügelpest“ am meisten betroffen ist.

 

Wassergeflügel kann im Gegensatz zu Hühnern bei einer Stallhaltung in der Regel nicht befruchten, d. h. der Tretvorgang findet im Wasser statt, das im notwendigen Umfang im Stall nicht angeboten werden kann. Dies bedeutet, dass bei den meisten Wassergeflügelzüchtern eine Nachzucht in diesem Jahr aufgrund der Stallpflicht kaum möglich ist. Erste Brutversuche zeigen dies. Eier von im Stall gehaltenen Gänsen sind zu 100 Prozent unbefruchtet. Demgegenüber ist die Befruchtung bei Gänsen in Freilandhaltung trotz der seitherigen schwierigen Witterungsbedingungen gut bis sehr gut.

 

Dies bedeutet, dass Züchter von Wasser-Rassegeflügel unter allen Umständen die in der Verordnung vorgesehene Ausnahmegenehmigung von der Einstallungsverpflichtung bei der zuständigen Veterinärbehörde beantragen sollten. Dass dies nicht nur in der Verordnung vorgesehen ist, sondern in der Praxis bereits auch geschieht, zeigen Ausnahmegenehmigungen, die nach § 1 Abs. 3 der Verordnung zwischenzeitlich von verschiedenen Veterinärämtern, die diese Verordnung praxisbezogen anwenden, erlassen wurden. Zur Begründung wird in den von den Veterinärämtern erlassenen Bescheiden in der Regel angeführt, dass das Zusammensperren von Wassergeflügel auf engem Raum wegen des ausgeprägten Sozialverhaltens der Tiere (z. B. Unverträglichkeit der Paare während der Zuchtzeit) aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht vertretbar ist. Mit einbezogen in die Begründung ist auch die vorher genannte Tatsache, dass eine Befruchtung nur im Freilauf mit einer entsprechenden Wasserfläche möglich ist.

 

Damit vor allem die Wassergeflügelzüchter Ausnahmegenehmigungen beantragen können, hat der VHGW in Zusammenarbeit mit Jürgen Schelberger, dem 1. Vorsitzenden des Sondervereins Deutscher Gänsezüchter, zwei Musterbrief entworfen, mit denen die Wassergeflügelzüchter bei ihren Veterinärämtern Ausnahmegenehmigung beantragen können.

 

Markieren Sie einfach den Musterbrief Gänse oder Enten und kopieren dessen Inhalt auf eine Seite mit Ihrem Briefkopf. Setzen Sie die von Ihnen gezüchtete(n) Rasse(n) ein und senden ihn an die Adresse des in Ihrem Kreis zuständigen Veterinäramtes.

 

Es muss in diesem Zusammenhang darauf verwiesen werden, dass eine Sondergenehmigung mit Kosten verbunden ist, da die nicht eingestallten Tiere unter tierärztlicher Kontrolle stehen und Blutproben genommen werden. Zuchtanlagen haben diesbezüglich gegenüber Einzelzüchtern Vorteile. Die Kosten sind unterschiedlich. Sie können sehr günstig sein oder ausgesprochen hoch. Hier haben die Verantwortlichen große Auslegungsspielräume. Am besten erkundigt sich jeder vor Ort, welche Kosten auf ihn zukommen.

 

 

                                                                                                    Jürgen Schelberger
( 1. Vors. des Sondervereins Deutscher Gänsezüchter)
und VHGW

 

Musterbrief für Gänse (Word-Dokument / 26 KB)

Musterbrief für Enten (Word-Dokument / 26 KB)