SV zur Erhaltung der Zucht der Italiener seltener Farbenschläge
Lydia Pfeffer, Hundstädter Str. 3, 61250 Usingen-Michelbach
Tel.: 06081/14138, Fax: /14903
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Mitgliederzahl 2010: 115
Zielsetzung und Aufgabe
Der SV dient der Förderung, Verbreitung und Erhaltung der seltenen Farbenschläge der Italienerrasse. Sein Ziel ist es, diese der Musterbeschreibung näher zu bringen, sie zu veredeln und gesund sowie leistungsfähig zu erhalten. Kameradschaftspflege und Hilfe bei Zuchtproblemen zählt der SV ebenfalls zu seinen Aufgaben. Der SV betreut insgesamt 14 Farbenschläge:
Wildfarbige Varianten:
Blau-Rebhuhnhalsig, Blau-Goldfarbig, Orangehalsig, Perlgrau-Orangehalsig, Rotgesattelt
Einfarbige Varianten:
Blau, Weiß, Rot
Gezeichnete Varianten:
Goldbraun-Porzellanfarbig, Weiß-Schwarzcolumbia (Hell), Blau-Weißgescheckt, Gold-Blaugesäumt, Gold-Weißgesäumt, Gold-Schwarzgesäumt
Mitglieder und Vorstandschaft
Der SV hatte zum 01. 01. 2010 115 Mitglieder, darunter 2 Jugendlichen. Jedes Jahr werden zwei umfangreiche Rundschreiben an alle Mitglieder versandt. Im Spätsommer findet jährlich die Sommertagung mit Jahreshauptversammlung, Tierbesprechung und geselligem Teil statt. Der SV beteiligt sich jedes Jahr mit Sonderschauen an zwei bis drei überregionalen Schauen und führt zusätzlich eine Hauptsonderschau durch.
Termine 2010:
SV-Sommertagung 3. - 5. September in Herborn-Schönbach
SS Deutsche Junggeflügelschau am 23./24. Oktober in Hannover, Messe
Hauptsonderschau + VHGW-Schau am 6./7. November in Erfurt, Messe
SS 3. Deutsche Italiener-Schau am 20./21. November in Wetzlar-Münchholzhausen
SS LV-Schau Bayern am 20./21. November in Straubing
SS Lipsia am 4./5. Dezember in Leipzig, Messe
SS Nationale Bundessiegerschau am 18./19. Dezember in Frankfurt, Messe
Termine 2011:
SV-Sommertagung 2. - 4. September in Salzbrunn/Potsdam
SS Deutsche Junggeflügelschau am 22./23. Oktober in Hannover, Messe
SS Erfordia am 5./6. November in Erfurt, Messe
HSS am 17./18. November in Langhennersdorf/Sachsen
SS Lipsia am 3./4. Dezember in Leipzig, Messe
SS Nationale Bundessiegerschau am 10. /11. Dezember in Dortmund, Westfalenhalle
Vorstand:
Ehrenvorsitzender und Sonderrichter:
Joachim Langer
Parkstraße 2, 37441 Bad Sachsa
Tel.: 05523/7408
1. Vorsitzende und Sonderrichterin:
Lydia Pfeffer, Hundstädter Str. 3, 61250 Usingen-Michelbach
Tel.: 06081/14138, Fax: /14903
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
2. Vorsitzender
Eduard Maulhardt
Gatzenweg 15, 37339 Hundeshagen
Tel.: 036071/97007, Fax: /80303
1. Kassierer:
Manfred Assmann
In der Dodesheide 70, 49088 Osnabrück
Tel.: 0541/16433
2. Kassierer:
Friedel Kathan
Wallstraße 26, 67591 Hohen-Sülzen
Tel.: 06243/7627
1. Schriftführer
Thomas Oberkersch
Alter Weg 5, 37339 Ferna
Tel.: 036071/97332
2. Schriftführer
Wilhelm Zehentner
Sinziger Straße 16, A 5121 Ostermiething
Tel.: 0043/6643529126
Zuchtwart für wildfarbige Varianten und Sonderrichter:
Karl-August Weber
Obere Hosbachstraße 7, 35713 Eschenburg
Tel.: 02774/1591
Zuchtwart für einfarbige Varianten und Preisrichter:
Thomas Aigner
Bahnhofstraße 10, 91626 Schopfloch
Tel.: 09857/1670
Zuchtwart für gezeichnete Varianten und Preisrichter:
Wolfram John
Hauptstraße 118, 09600 Oberschöna
Tel.: 037328/7398, Fax /18503
Beisitzer und Preisrichter:
Dieter Kästner
Eiskeller 16b, 99198 Obernissa
Tel. + Fax: 036203/50821
Lehrbrief
Über den Gesamteindruck der Italiener ist schon manches geschrieben worden. In der Musterbeschreibung heißt es, "ein mittelgroßes, kräftiges Huhn, mit gestreckter Form, auf mittelhoher breiter Stellung mit fest anliegendem Gefieder und rassemäßig durchgezüchteten Kopfpunkten und stolzer Haltung". Was heißt dies nun im einzelnen? Das heißt, daß der Rumpf des Tieres kräftig, breit und lang sein soll. Die Haltung ist waagerecht, d.h. die Rückenlinie soll waagerecht sein und nicht nach hinten abfallend. Dazu kommt der volle, beim Hahn gut besichelte Schwanz, breit und fest angesetzt und leicht ansteigend getragen. Das Ganze gepaart mit einer breiten und vollen Brust sowie einem gut entwickelten Bauch, mit kräftigen frei hervortretenden, festbefiederten Schenkeln und gelben Läufen. Trotz allem aber elegant im Gesamteindruck. Dies gilt für beide Geschlechter und bedeutet, dass schmale, zu hoch oder zu tief stehende Tiere keinerlei Chance haben; auch zu kurze und plumpe Tiere entsprechen nicht dem gewünschten Typ.
Die besondere Zierde der Italiener ist die Kopfpartie. Der Kopf soll "länglich, jedoch nicht schmal sein und in genügender Größe eine harmonische Grundlage für den verhältnismäßig großen Kamm bilden". Der Standard verlangt einen fest aufsitzenden, nierenförmigen Stehkamm ohne Beulen, Falten und Auswüchse, dessen Fahne ohne aufzuliegen der Nackenlinie folgt; die 4 bis 5 Zacken sollen an ihrem Grunde breit angesetzt sein und bis zur Mitte des Kammblattes reichen. Die Mittellinien der einzelnen Zacken sollen sich im Auge treffen. Das Kammblatt soll vorn ohne Falten ansetzen und seitlich gesehen ohne Beulen verlaufen. Faltige sowie beulige Kämme vererben hartnäckig den sogenannten Wickelkamm bei der Henne.
Wir dürfen bei der Beurteilung aber nicht nur den Kamm sehen, denn das Gesicht, die Kehllappen, die Ohrscheiben, der Schnabel und die Augen gehören auch zum Kopf dazu. Alles soll eine harmonische Einheit bilden und zum positiven Erscheinungsbild des Italienerkopfes beitragen. Feinhäutig, federfrei und rot soll das Gesicht des Italieners sein. Auftretender Gesichtsschimmel gilt als Ausschlussfehler. Das Auge wird groß, lebhaft rot mit scharf abgegrenzter Iris verlangt. Ein besonderes Augenmerk ist auf das Auge des Hahnes zu legen. Ein Italienerhahn muß ein feurigrotes Auge haben. Wenn wir hier Zugeständnisse machen, rächt es sich bitter in blassen Augen bei den Hennen der Nachzucht. Die Ohrscheiben sind mittelgroß, nicht zu grob und glatt anliegend. Sie sollen weiß bis cremefarbig sein. Je nach Farbenschlag ist die Schnabelfarbe gelb bis hornfarbig. Verlangt wird ein kräftiger, mittellanger, lieber etwas kürzerer und leicht gebogener Schnabel. Die Kehllappen wünschen wir mittellang, gut gerundet und nicht zu fleischig, harmonisch zur Kammgröße passend.
Über den Kopf der Henne wäre noch hinzuzufügen, daß dieser in seiner Gesamtheit dem des Hahnes entspricht. Wenn wir beim Hahn von einem Stehkamm sprechen, so ist dieser bei der Henne jedoch fehlerhaft.
Der Hennenkamm soll vorn aufrecht stehen und sich im hinteren Teil zur Seite legen ohne dabei jedoch das Auge zu verdecken. Zu große bzw. grobe Hennenkämme arten leicht zu Wickelkämmen aus. Das heißt, der Kamm legt sich im Ansatz erst auf die eine dann auf die andere Seite, oder schlottert auf dem Kopf hin und her und verdeckt dabei mal das eine, mal das andere Auge.
Farbschläge
Blau-Rebhuhnhalsig:


Da bei diesem Farbenschlag bereits ein sehr hoher Zuchtstand erreicht ist, kann man höchste Anforderungen an Form, Farbe und Kopfpunkte stellen. Im einzelnen legt die Musterbeschreibung fest, dass die Zeichnung genau wie beim rebhuhnfarbigen Hahn sein soll, doch hier Blau anstelle von Schwarz. Der Kopf ist orangerot, der Halsbehang goldig mit rein blauem Schaftstrich, der den Saum leicht durchbrechen darf. Dadurch erscheint der Hals in den Spitzen etwas dunkler. Der Sattelbehang soll goldig sein mit blauen Schaftstrichen; über den Behängen und Decken liegt eine feine Goldtönung. Die Flügeldecken sollen eine rein blaue Binde zeigen; die Handschwingen sind blau mit schmalen braunen Außensäumen, die Armschwingen haben eine blaue Innenfahne und Spitze. Die beim zusammengelegten Flügel allein sichtbare Außenfahne ist braun und bildet ein Dreieck. Brust, Schenkel und Schwanz sollen rein blau in der Grundfarbe sein. Der Kopf und Halsbehang der Henne soll goldig sein, letzterer mit rein blauem Schaftstrich. Die Brust ist lachsfarbig, das übrige Gefieder möglichst rein blau. Zu den groben Fehlern zählen beim Hahn goldgesäumte Brust, Bauch und Schenkel, ein rußiger Blauton, ein grob durchstoßender Schaftstrich. Bei der Henne ebenfalls der durchstoßende Schaftstrich sowie starker blauer Außensaum am Federende (Rußkragen) sowie unreines oder stark rostiges Blau. Bei beiden Geschlechtern eine nicht gelbe Lauffarbe. Leicht durchstoßender Schaftstrich ist laut Musterbeschreibung erlaubt, jedoch wollen wir keineswegs einen Rußkragen dulden. Weitere farbliche Probleme zeigen sich zur Zeit beim Hahn immer noch durch zu dunkle, manchmal schwarze Schwänze und Schaftstriche. Auch tritt in den letzten Jahren wieder vermehrt Schilf in Schwingen, Steuern und Sicheln auf, was wir nicht dulden können. Die Brust beim Hahn soll wie das Mantelgefieder der Hennen rein blau sein. Brustzeichnung oder gar Flitter sind unerwünscht genau wie bei den Hennen eine auf die Flügeldecken übergreifende Lachszeichnung. Wir sprechen in dem Fall von Rost auf Flügeldecken oder von Flügelrose. Blau-Goldfarbig Dieser Farbenschlag ist der jüngste in der Palette der Italiener-Farbenschläge. Er kam erst im Jahr 2001 zur Anerkennung. Bei den Zwerg-Italienern allerdings kennt man diesen Farbenschlag bereits seit 1975. Da die Ausgangstiere Goldfarbig und Blau recht hohen Zuchtstand hatten, kann man davon ausgehen, dass zumindest in Form und Typ sowie Kopfpunkten und Lauffarbe sofort höhere Anforderungen gestellt werden können. Die Musterbeschreibung legt fest, dass alles, was bei Goldfarbig schwarz sein muss hier blau ist. Beim Hahn ist der Kopf goldfarbig, der Halsbehang ist goldfarbig mit hell- bis schieferblauen Schaftstrichen. Der Sattelbehang soll satt goldfarbig sein. Die Flügeldecken sollen eine rein blaue Binde haben, ein rotbraunes Flügeldreieck soll bei zusammengelegtem Flügel erscheinen, die Schwingen sind ansonsten blau. Der Schwanz soll hell- bis schieferblau sein, die blaue Brust sowie die blauen Schenkel müssen leichte Goldsäumung zeigen. In der Musterbeschreibung verlangen wir den Hahn mit einem strohgelben Kopf, den Halsbehang strohgelb mit schwarzen Schaftstrichen, die nicht durchstoßen dürfen; der Rücken soll intensiv glänzend mittelkastanienbraun sein, die Schultern gleichmäßig goldrot bis goldorange; die Flügelbinden metallisch bläulich-grünglänzend, ein breites Band über die Flügel bildend. Die Handschwingen sind schwarz mit gelblichweißer Außenfahne, die Armschwingen zeigen eine schwarze Innenfahne mit einer schwarzen Spitze bei gelblichweißer Außenfahne, so dass bei geschlossenem Flügel ein schwarzumrahmtes gelblichweißes Dreieck erscheint. Der Sattelbehang ist orangegelb mit leichtem, kaum sichtbarem schwarzem Schaftstrich. Brust, Bauch und Schwanz sind schwarz mit starkem Grünglanz in den Sichelfedern. Am Hinterteil sind schmale strohgelbe Federränder gestattet. Die Henne trägt einen grauen Kopf mit gelblichem Anflug, dazu strohgelben Halsbehang mit schwarzen Schaftstrichen, die nicht durchstoßen dürfen. Rücken, Schultern und Flügel sollen graubräunlich mit strohgelbem Anflug sein, dazu feine Rieselung und durchgehende Nervzeichnung. Schmale strohgelbe Federränder sind gestattet. Die Brust ist lachsfarbig, Bauch und Hinterteil aschgrau mit gelblichem Anflug; die Steuerfedern sind schwarzbraun mit leichtem Grünglanz, die großen Schwanzdeckfedern fast bis zum Ende gerieselt. Zu den groben Fehlern zählen offene oder durchbrochene Halszeichnung, Säumung der Hahnenbrust sowie sehr fleckige, uneinheitliche oder zu helle Rückenfarbe ebenso wie fehlender Grünglanz und Schilf in Schwingen und Sicheln. Bei der Henne sind dies ebenfalls durchbrechende Halszeichnung, viel Rost in den Flügeldecken, verwaschene Rieselung, fehlende Kielzeichnung, breite Säumung oder Flitterbildung, Schilf. und schilfige Schwingen. Die Grundfarbe wird laut Musterbeschreibung perlgrau gewünscht. Dieses Perlgrau ist reinerbig und ist im Grunde ein stark verdünntes Schwarz mit unterdrücktem Goldfaktor. Beim Hahn ist die Grundfarbe also perlgrau. Kopf, Hals und Sattelbehang sind strohgelb mit leichtem perlgrauem Schaftstrich, Rücken und Flügeldecken sind gelborange. Die Henne zeigt eine hell perlgraue Grundfarbe mit feiner perlgrauer Rieselung und cremefarbenen Federkiel. Der Halsbehang ist strohgelb mit perlgrauem Schaftstrich, Die Brust ist leicht lachsfarbig gezeichnet. Zu den groben Fehlern zählt eine gesäumte Brust beim Hahn, ein durchstoßender Schaftstrich, stark rußiges Perlgrau, Schilf sowie Stoppeln auf den Flügeldecken. Bei der Henne gelten fehlende oder zu schwache Rieselung sowie breite Säumung oder Flitterbildung als grobe Fehler. Die rot-weiße Färbung gilt als eine der schmuckhaftesten überhaupt und ist bei den Italienern schon seit langem bekannt. Das Reizvollste an diesem Farbenschlag ist der scharfe Gegensatz der beiden Hauptfarben des Hahnes - rot und weiß - wodurch die Schönheit der Erscheinung besonders herausgestellt wird. Keineswegs bedarf dieser seltene Farbenschlag einer gewissen Nachsicht, denn an Form, Farbe und Kopfpunkte können hohe Anforderungen gestellt werden. Die gültige Musterbeschreibung verlangt als Grundfarbe beim Hahn weiß. Der Kopf beim Hahn ist orangerot, die Halsfedern hellgoldgelb mit weißem Schaftstrich, der nicht durchstoßen darf. Schulter- und Rückenfarbe sind tief blutrot. Der Sattelbehang soll rotgoldgelb gesäumt sein, mit feinem, kaum sichtbarem Schaftstrich, der ebenfalls nicht durchstoßen darf. In diesem Fall spricht man vom fehlerhaften Erdbeerbehang. Die Flügeldecken sind blutrot und werden durch eine breite weiße Binde abgeschlossen. Die Handschwingen sind weiß, die Armschwingen haben weiße Innenfahne und rotbraune Außenfahne. Bei geschlossenem Flügel bildet sich so ein weiß eingefasstes, rotbraunes Flügeldreieck. Das übrige Gefieder an Brust, Bauch, Schenkel und Schwanz soll weiß sein ohne jeglichen farbigen Rand. Dieser ist nur in ganz schwacher Andeutung bei Althähnen gestattet. Leichte schwarze Spritzer am gesamten Körpergefieder einschließlich der Schwanzpartie und Schwingen sind dagegen erlaubt; sie gelten als Farbstoffreserve, dürfen jedoch nicht zu massiv in Erscheinung treten. Die Henne zeigt bei rahmweißer Grundfarbe einen hellgoldgelben Kopf und Hals mit rahmweißem, nicht durchstoßendem Schaftstrich und einer lachsfarbigen Brust. Bei der Lachsbrust wird der goldene Mittelweg angestrebt, denn bei zu starker Lachszeichnung besteht immer die Gefahr des Übergreifens auf den Flügelbug und die Flügeldecken. In diesem Falle spricht man von "Flügelrose" und diese ist nicht gestattet. Zu den groben Fehlern zählen weiß durchsetztes Flügeldreieck, weißgespitzter Hals und Sattelbehang, viel schwarz im Schwanz sowie eine mit hellroten Rändern gezeichnete Brust der Hähne. Bei der Henne sind bräunliche Federn im Mantelgefieder und den Schwingen sowie stark durchbrochene und zu hellgelbe Halszeichnung genauso fehlerhaft wie eine zu helle oder gesäumte Brust. Seit dem Jahre 1958 gab es in der damaligen DDR ein gesäumtes Blau und in der BRD ein mehr oder weniger ungesäumtes Blau bei den Italienern. In beiden Teilen Deutschlands ging die Entwicklung entsprechend weiter. Mit oder ohne Saum war dann auch die Frage, die nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze geklärt werden musste. Man fällte ein salomonisches Urteil und ließ fortan gesäumt und ungesäumt nebeneinander zu. In der gültigen Musterbeschreibung heißt es jetzt: "Die Grundfarbe ist ein gleichmäßiges Taubenblau mit oder ohne Saum, etwas hellere oder dunklere Grundfarbe ist vorläufig noch gestattet." Wir wünschen bei den blauen Italiener heute eine mittlere taubenblaue Grundfarbe, möglichst gleichmäßig über das gesamte Mantelgefieder verteilt. Kopf, Hals- und Sattelbehang beim Hahn tiefdunkelblau bis samtschwarz; Haupt- und Nebensicheln dunkelblau. Für die Hennen trifft in etwa das gleiche zu wie bei den Hähnen. Leicht grünlich angelaufene Lauffarbe ist bei den Hennen vorläufig noch gestattet. Das Untergefieder soll bei beiden Geschlechter hellblau sein. Zu den Fehlern zählen fast schwarze oder fleckige Grundfarbe, Halbmondsäumung, bräunlicher Hals- und Sattelbehang sowie weiß in Schwingen und Sicheln, sofern es hier sichtbar ist. Erst seit wenigen Jahren befassen sich Züchter wieder ernsthaft mit der Verbesserung dieses Farbenschlages, der um 1920 zu den verbreitetsten Hühnerrassen gehörte. Der Farbenschlag ist mittlerweile auf einem hohen Zuchtstand. Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Züchter immer noch an den vielen verschiedenen Einkreuzungen zu knabbern haben. So bleibt es die Aufgabe, die klaren Italienerkonturen bei den Weißen besonders scharf herauszuzüchten, damit sie sich abgrenzen, vor allem von den Leghorn. Die Musterbeschreibung ist recht kurz gefaßt. Es heißt lediglich "Hahn und Henne reinweiß mit silberschimmerndem Glanz auf dem Rücken". Unter groben Fehlern ist nur vermerkt "stark gelber Anflug". Das ist alles! Als Farbe dieses Farbenschlages wird also ein reines Weiß mit silbrigem Glanz verlangt. Jede andere Tönung oder farbliche Einlagerung gilt als fehlerhaft. Reinweiß mit silberschimmerndem Glanz auf dem Rücken, das ist eben kein Leghornweiß, das ja bekanntlich andere Farben unterdrückt mit Ausnahme von Gold, sondern vielmehr ein helles Silberweiß. Bei diesem richtigen Farbton gibt es auch kaum einen gelben Anflug. Gelber Anflug ist meist ein Zeichen dafür, daß irgendwann Einkreuzungen vorgenommen wurden, und somit andere Erbanlagen mitspielen. Ein Farbenschlag, bei welchem in den letzten Jahren mehr Schatten als Licht zu finden war, sind die roten Italiener. Gelegentliche hervorragende Tiere brachten dann in der Nachzucht kaum einmal das Erwartete. Es scheint, als sei man nach wie vor in einem "Experimentierstadium". Durch zufällig passende Einkreuzungen fallen einmal Spitzentiere, aber in der Breite der Zucht ist noch nichts gefestigt. Wir wünschen uns die Tiere in einem gleichmäßigen, satten Rot, beim Hahn glänzend, mit rotem Untergefieder. Dieses Rot darf nicht zu dunkel sein, also kein Rhodeländerrot! Im Schwanz ist bei beiden Geschlechtern etwas schwarz erlaubt. Die Henne soll ein möglichst gleichmäßiges, sattes, glanzreiches Rot vom Kopf bis Schwanz zeigen. Gelbliche, mehlige oder gar schaftstrichartige Zeichnung ist unerwünscht, genau wie eine lehmige Grundfarbe. Glanzlose Farbe bei den Hähnen sowie weißes oder gar rußiges Untergefieder, eine haarige Feder und Schilf zählen zu den groben Fehlern. Goldbraun-Porzellanfarbig Dreifarbige Hühner haben immer ihren besonderen Reiz. Bei Dreifarbigkeit ist die Haupt- oder Grundfarbe stets mit einem schwarzen Tupfen am Federende versehen. Die Federspitzen, Teil des schwarzen Tupfens, sind dabei entpigmentiert und erscheinen weiß. Bei korrekter Zeichnung und dunkel goldgelber Grundfarbe nennt man diese Zeichnung "porzellanfarbig". Als Vorbild gelten hier die gold-porzellanfarbigen, federfüßigen Zwerghühner, die in Frankreich "Mille fleur - Tausend Blüten" heißen. Die goldbraun-porzellanfarbigen Italiener sind der einzige dreifarbige Farbenschlag in der Italienerfamilie. Heute wünschen wir uns die Goldbraun-Porzellanfarbigen in Kopf, Hals und Sattelbehang dunkelgoldfarbig, den Halsbehang dabei mit schwarzen Schaftstrichen und weißen Federspitzen versehen. Schultern, Rücken und Flügeldecken sollen rotbraun sein, die Armschwingen mit schwarzer Innenfahne und goldbrauner Außenfahne, so dass der geschlossene Flügel ein reines goldbraunes Flügeldreieck zeigt. Die Handschwingen sind schwarz mit braunem Außenrand und möglichst mit weißen Endtupfen. Die Flügeldeckfedern sollen schwarz mit weißen Endtupfen sein. Die Grundfarbe auf Brust und Schenkeln ist ein reines, lichtes Goldbraun; jede Feder hat am Ende einen runden schwarzen Tupfen und darin an der Federspitze einen kleinen weißen Punkt, auch Perle genannt. Die Schwanzfedern sollen schwarz mit Grünglanz sein und möglichst weiße Endtupfen aufweisen. Bei der Henne entspricht die Grundfarbe und Zeichnung des Mantelgefieders der Brust des Hahnes. Auch wenn die Grundfarbe etwas heller gestattet ist, muss die Zeichnung gleichmäßig verteilt sein. Die Farbe der Schwingen ist wie beim Hahn, die Steuerfedern sind schwarz, möglichst mit weißen Endtupfen, goldbraune Einlagerungen nach dem Grunde hin sind gestattet. Bei mehrjährigen Tieren ist bei beiden Geschlechtern die weiße Perle größer und der schwarze Tupfen erscheint dann halbmondförmig. Zu den groben Fehlern zählen ein weißer Kopf, viel Moos oder Pfeffer in der Grundfarbe, zu rote oder zu lehmige Grundfarbe, überwiegend weiße Schwingen oder Schwanzfedern (bis zu zwei weißen Handschwingen auf beiden Seiten, sind beim Hahn gestattet); fehlende Zeichnung auf der Brust des Hahnes, sehr ungleichmäßige Grundfarbe und Zeichnung der Henne. Nach wie vor haben wir in dieser Zucht mit vielen Problemen zu kämpfen. Immer wieder treten längst überwunden geglaubte Fehler in Erscheinung. Dazu zählen vor allem fehlende Zeichnung an Brust und Mantelgefieder, sowie zuviel Weiß in Schwingen und Sicheln. Auch mit Moos bzw. Pfeffer ist nach wie vor zu kämpfen, genauso bereiten die Kopfpunkte immer wieder erneut Sorgen. Dennoch ist dieser Farbenschlag aus der Palette der Italiener nicht mehr wegzudenken. Die weiß-columbia Zeichnung entsteht durch die Wirkung eines Faktors in der Erbanlage, der Schwarz auf die Körperenden Kopf und Schwanz sowie verdeckt in den Schwingen zurückdrängt. Wenn die Gefiedergrundfarbe dabei silberweiß ist, wird diese Farbkombination gewöhnlich als "hell" bezeichnet. Schwarz tritt sichtbar nur im Halsbehang auf, dort mit tiefschwarzem grünglänzendem Schaftstrich, weiß umsäumt. Außerdem finden wir schwarz im Schwanz und in den kleinen Sicheln der Hähne und bei den Hennen im Schwanz und den dazugehörigen Schwanzdeckfedern. Verdeckt muss Schwarz als Pigmentreserve in der Tupfen- bzw. Tropfenzeichnung auf den Federn des Oberrückens und unter dem Halsbehang vorhanden sein. Die Innenfahnen der Schwingen sollten ebenfalls möglichst intensiv schwarz gefärbt sein. Die Musterbeschreibung bezieht sich im Wesentlichen auf das eben zur weiß-columbia-Zeichnung grundsätzlich gesagte. Grundfarbe silberweiß, Halszeichnung mit schwarzem grünglänzendem Schaftstrich, der auf keinen Fall bis zur Federspitze auslaufen darf. Die Zeichnung sollte fast bis zum Kopf hinauf reichen und am Vorderhals gut geschlossen sein. In diesem Fall spricht man vom sogenannten "Kragenschluß". Der Schwanz soll rein schwarz mit grünlichem Glanz sein, die Schwanzdeckfedern und Nebensicheln möglichst weißgesäumt. Die Handschwingen sind schwarz mit weißgesäumter Außenfahne; Armschwingen Innenfahne schwarz, Außenfahne weiß, so dass sich bei geschlossenem Flügel ein weißes Flügeldreieck bildet. Das Untergefieder soll blaugrau sein, wobei auf verdeckte schwarze Tropfenzeichnung im Oberrücken und Halsbehang geachtet werden muss (Farbstoffreserve). Die Henne entspricht im Wesentlichen der Zeichnung des Hahnes, wobei die Schaftstriche entsprechend der anders geformten Feder breiter sind. Der Rücken ist rein silberweiß; Schwanzdeckfedern schwarz mit scharfer weißer Säumung. Bei den Hennen ist besonderer Wert auf einen guten Kragenschluss und korrekte Untergefiederfarbe zu legen. Blau-Weißgescheckt Dies ist einer der jüngsten Farbenschläge in der großen Italienerfamilie. Züchterisch wurde versucht, das Zeichnungsbild der schwarz-weißgescheckten Italiener auf die blauen Italiener zu übertragen. Als Grundfarbe wird ein Blaugrau bei hellblauem Untergefieder gefordert. Das Ende jeder Feder wird mit einem reinweißen Fleck (Tupfen) angestrebt und soll an Brust, Flügeldecken und Schenkeln möglichst gleichmäßig verteilt auftreten. Allein diese Formulierungen in der Musterbeschreibung zeigen, daß der zu gehende Weg noch weit und das Ziel noch lange nicht erreicht ist. Hals und Sattelzeichnung sollen dunkelblau mit weißen Spitzen versehen oder weißgeperlt sein; die Sicheln und Steuerfedern möglichst mit weißer Spitze. Die Henne soll möglichst gleichmäßig blaugrau in der Grundfarbe sein und dabei noch möglichst gleichmäßig am Federende gezeichnet. Kopf und Halsfarbe sind im Blauton etwas dunkler. Eine Zeichnung im Schwanz und den Schwingen wird angestrebt, sie ist aber wohl zur Zeit nur schwer zu erreichen. Ob die Grundfarbe etwas heller oder dunkler ist, ist zur Zeit wohl zweitrangig. Wichtig ist allein, daß sie nicht verwaschen, zu schwarz oder zu weiß ist. Auch treten noch sehr fleckige Tiere auf, die teils sogar bräunlichen Halsbehang zeigen. Dies ist genauso unerwünscht wie eine grünliche Lauffarbe und anderes als hellblaues Untergefieder. In der Palette der Italienerfarbenschläge gibt es drei gesäumte Farbenschläge. Als Vorbild in Farbe und Zeichnung gilt der jeweilige Farbenschlag bei den Wyandotten, die auch bei der Herauszüchtung Pate standen. Diese drei Farbenschläge haben deshalb auch ihre besonderen züchterischen Schwierigkeiten gemeinsam, die sich in Form, Kopfpunkten und Federlänge immer noch zeigen. Fehler bei allen drei Farbvarianten sind zu matte oder fahle Farbe, stark rußiger Hals oder Sattelbehang, viel Moos oder Pfeffer in Brust, Rücken und Flügeldecken. Außerdem ist fehlender oder zu breiter Saum zu strafen, genau wie fehlerhafte Blautönung und Schilf. Wir wünschen die Gold-blaugesäumten mit goldfarbigem Kopf. Der Halsbehang soll gold bis rotgold mit blauem Schaftstrich versehen sein, die Schulterdecken und der Rücken glänzend kastanienbraun; eine satte Goldfarbe mit blauem Schaftstrich im Halsbehang. An Brust, Bauch und Schenkeln wünschen wir jede Feder schmal blaugesäumt mit goldrotem Mittelfeld. Die Außenfahne der großen Schwingen ist goldrot, die Innenfahne hellblau. Die Flügeldeckfedern sollen zwei, besser noch drei blaugesäumte Binden bilden. Im Untergefieder ist blaugrau gewünscht, der Schwanz muss glänzend blauviolett sein. Die Henne gleicht im wesentlichen der Grundfarbe des Hahnes. Je gleichmäßiger die blaue Säumung des goldroten Mittelfeldes ist, desto wertvoller das Tier. Die Steuerfedern sind blau. Die Gold-weißgesäumten sind von jeher noch wenig verbreitet. Als Fehlfarben aus "gold-blaugesäumt" gezüchtet, zeigen sie immer einen blauen Anflug der sich hartnäckig vererbt und unerwünscht ist. Erst die Reinzucht der rahmweißen Zeichnungsfarbe, auf verschiedene Weise betrieben, hat in den letzten Jahren hier gewisse Fortschritte gebracht und wird letztlich zum Ziel führen. Für die Musterbeschreibung trifft das Gleiche zu wie für die oben angeführten Gold-blaugesäumten, nur muss es da an den entsprechenden Stellen anstatt blau jetzt "rahmweiß" heißen. Auch das Untergefieder soll rahmweiß sein und die Flügeldeckfedern sollen weißgesäumte Binden zeigen. Die Musterbeschreibung ist die gleiche wie bei den anderen gesäumten Italienern. Statt blau bzw. rahmweiß muss es hier jetzt schwarz heißen, d.h. auch schwarzer Schaftstrich, schwarze Säumung möglichst mit Grünglanz und schwarzes Untergefieder. Hundstädter Str. 3, 61250 Usingen-Michelbach Bankverbindung:

Kopf und Halsbehang der Henne sollen goldfarbig sein, letzterer mit hell- bis schieferblauen Schaftstrichen. Die Brust ist lachsfarbig. Rücken, Schultern und Flügel haben ein mittleres Goldbraun, das weitgehend mit blauer Rieselung überdeckt ist, so dass das Federfeld von außen einfarbig blau erscheint. Die Federn zeigen goldenen bis rotgoldenen Flittersaum. Die Schenkel sind blau mit schwacher Goldsäumung, der Schwanz soll hell- bis schieferblau sein.
Zu den groben Fehlern zählen beim Hahn zu braune oder zu helle Behänge, fehlende Brustzeichnung, rußiges Blau sowie starker Grünglanz im Schwanz. Bei der Henne sind diese heller Halsbehang, starker Ruß oder Rost sowie fehlende Säumung. Im ersten Ausstellungsjahr zeigte sich, dass bei den Hähnen eine Tendenz zu schilfigen Steuerfedern und Sicheln bestand und dass die Hennen teilweise recht viel Rost auf den Decken hatten. Der Gesamteindruck gab jedoch der berechtigten Hoffnung Ausdruch, dass dieser junge Farbenschlag bald ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Sonderschauen sein wird, da die gezeigten Tiere schon typische Rasse- und Farbmerkmale aufzeigten.Orangehalsig:


Perlgrau-Orangehalsig


Rotgesattelt


Blau


Weiß


Rot




Weiß-Schwarzcolumbia (Hell)




Die Gesäumten
Gold-Blaugesäumt


Gold-Weißgesäumt


Gold-Schwarzgesäumt


Kontakt
Lydia Pfeffer -
1. Vorsitzende:
Tel.: 06081/14138, Fax: /14903
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Sparkasse Osnabrück, BLZ 265 501 05, Kto.-Nr. 2836955